Anna Irmanovová, 1998, Galerie Pecka-Bílá
Nach der Serie der blauen und gelben Bilder (die in den letzten Jahren ausgestellt wurden) verlässt Pavel Kryz diesmal die Problematik der farbigen Fläche und entscheidet sich, sich klar und übersichtlich auszudrücken. Auch der Titel der Ausstellung‚ "Weiß/White", zeigt die Wichtigkeit des Verzichtes auf die Farbe, weiß ist doch keine Farbe.
Die Technik des rhythmisierten Ornaments sieht zwar aus wie eine vereinfachte Interpretation, aber nach einer längeren Zeit ist der Zuschauer von der dynamischen dekorativen Wirkung auf der weißen Fläche überrascht. Die Vorliebe für das klassizistische Ornament führt den Autor zu immer größerer Virtuosität. Schon die Gestaltung des Ornaments bedeutet eine große Arbeit, der Künstler fügt aber in die Komposition noch eine aufregende Zeichnung ein, die das Bild unruhig macht.
Die ganze Komposition bekommt dann einen fast Op-Art-Effekt einer Wellenrealität. Im Gegensatz zu den blauen und gelben Kompositionen, die schon durch die Farbe ganz klar sind, entstehen die weißen Bilder wie an der Grenze der Wirklichkeit.
Die Facetten auf dem Bild wirken wie ein Reflex in verschiedenen Spiegeln, sie sind klar und dann wieder nicht klar, sie bilden einen neuen Raum oder sie hüllen ihn in Vorstellungen und Träume. Die Verbindung der Zeichnung und der Malerei assoziiert die chinesische Tuschmalerei, das Ornament weist auf das meditative Werk auf, das einen unendlichen Rhythmus und Wiederholung ermöglicht. Die Ausstellung könnte genauso gut eine Notenaufnahme einer unendlichen Komposition sein. Die Ausstellung "Weiß" von Pavel Kryz ist ein Traum von einer Ausstellung der ornamentalen Gestaltung, die nicht auf der Ebene des dekorativen Elementes bleiben will.
Anna Irmanovová